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Hamburger Fotomarathon 2014 – Großstadtleben

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Ich habe dieses jahr wieder beim Hamburger Fotomarathon mitgemacht, dieser fand am 14. September 2014 statt.

Beim Fotomarathon geht es darum, in 12 Stunden 24 Fotos zu einem Haupt- und zu 24 Unterthemen zu machen. Die Fotos müssen Querformat haben, in jpg aufgenommen sein, dürfen nicht bearbeitet werden und müssen in der richtigen Reihenfolge aufgenommen sein. Alle 4 Stunden muss man bei einem Zwischenstopp eintreffen und seine Startnummer abstempeln lassen. Um 22 Uhr muss man dann seine 24 Fotos (nicht mehr und nicht weniger) beim Zielpunkt abgeben. Das erste Foto muss außerdem die Startnummer enthalten.

Startschuss war diesmal um 10 Uhr an der Schanzenbäckerei auf dem Kiez. Dort gab es das Hauptthema sowie die ersten 8 Einzelthemen. Das Hauptthmea hieß „Alles nur ein Spiel“. Damit war mein Plan, nur Langzeitbelichtungen zu machen, direkt zerplatzt. Also musste ich mir etwas anderes überlegen. Die Fotoserie soll auch einen roten Faden beinhalten, die Fotos sollen also nicht unabhängig voneinander sein. Da ich diesmal mit dem HVV unterwegs war, habe ich mich für den roten Faden „Großstadtleben“ entschieden. Was gar nicht so einfach werden sollte. Das Stadtleben ist ja auch irgendwie wie ein Spiel.

Thema Nummer 1: Auf los geht’s los + Starternummer:

Ich hatte die Starternummer 150, die gar nicht so leicht zu finden war. Das Thema wollte ich mit der Ampel umsetzen – bei grün geht’s los.

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Thema Nummer 2: Dalli Dalli:

Hier wollte ich einfangen, wie die Menschen schnell noch in die abfahrende U-Bahn laufen. Denn in Hamburg ist Hektik pur im Verkehrsnetz.

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Thema Nummer 3: Die Würfel sind gefallen:

Das Thema Abriss der Esso Häuser und des Molotows sollte jedem Hamburger bekannt sein. Hier sieht man nur noch ein Nichts hinter einem Bauzaun, wo vorher das Molotow stand. Der Standort ist erkennbar an dem Gebäude in der Ferne. Auf dem Zaun steht „Molotow muss bleiben“ und „Esso Häuser bleibt“. Hier sind die Würfel wie die Häuser bereits gefallen.

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Thema Nummer 4: No risk no fun:

Hier hatte ich mal wieder Glück. Ein Kunstsprayer verschönerte die aufgestellten Wände, wo vorher die Esso Häuser standen.

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Thema Nummer 5: Treffer, versenkt:

Hier passt die die Faust aufs Auge. Dass der Mülleimer mit dieser Aufschrift ausgerechnet neben den Esso Häusern stand, war wohl irgendwie Schicksal. Ich habe ihn dann noch etwas verschönert. Eine sehr traurige Wahrheit für mich als Konzertgänger. Ich denke das Thema passt sehr gut zum Großstadtleben.

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Thema Nummer 6: Bis einer heult!

Das Thema fand ich sehr sehr schwierig umzusetzen, ohne dass ich das Großstadtleben aus den Augen verliere. Ich bin dann an der Sternschanze auf diese Szene gestoßen und dachte, dass sie sowohl zum Spiel ganz gut passt als auch zum Thema, denn ein Schachspiel kann ja schon mal eine Ewigkeit dauern, eben „bis einer heult“. Noch dazu erwähnen sollte ich vielleicht, dass der linke Spieler vorher in der U-Bahn herum heulte, dass ihm seine Feundin bei einem Filmriss davon gelaufen sei…naja das sieht man dem Foto nun nicht an 😉

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Thema Nummer 7: Spielverderber:

Das Motiv kann man von mehreren Seiten sehen. Wer hier nun die Spielverderber sind, muss wohl jeder für sich entscheiden, ich halte mich einfach mal daraus. Jedenfalls geht es um die Stadtentwicklung und das Foto ist an der Roten Flora entstanden, es soll einfach nur den Streit dokumentieren und greift auch das Thema der Esso Häuser wieder auf.

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Thema Nummer 8: Einmal aussetzen:

Hier hatte ich zwei Motive gemacht, einmal den U-Bahn Ersatzverkehr und dann das Aussetzen, im Sinne von „das Großstadtleben braucht auch einmal eine Pause“. Ich habe mich dann für letzteres entschieden.

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Nun ging es zum ersten Zwischenstopp im Café SternChance. Hier gab es dann die nächsten 8 Themen. Ich lag gut in der Zeit und war früh am Treffpunkt, obwohl ich vorher noch in der Schanze beim Schanzenstern lecker vegan zu Mittag gegessen habe.

Thema Nummer 9: Die Karten werden neu gemischt:

Dass ich das Motiv vom Hertie Abriss in Barmbek einbauen würde, war von vornherein geplant. Es ist einfach ein tolles Motiv und genau an diesem Tag wurde auch ein Foto von mir davon in der taz. Die Tageszeitung abgedruckt :-). Damit das Thema gut passt, habe ich darauf geachtet, dass man das Schild von der Neubauplanung auch gut erkennen kann. Hier werden die Karten neu gemischt, indem das alte Hertie Kaufhaus gegen ein modernes Einkaufszentrum getauscht wird. Thema Stadtentwicklung wieder.

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Thema Nummer 10: Dumm gelaufen:

Das Thema fand ich sehr sehr schwierig und ich hatte bereits ein anderes Motiv im Kasten, wo mir aber erst im Nachhinein auffiel, dass ich es ausversehen hochkant gemacht hatte, deshalb musste eine Notlösung her und ich habe das bei Rot fahrende Taxi genommen. Es ist nunmal Gang und Gäbe, dass bei jeder Ampel immer irgendeiner noch bei Rot rüber fährt. Das ist in Hamburg einfach so und somit passt es auch irgendwie zum Thema.

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Thema Nummer 11: Schummeln verboten:

Auch dieses Thema war schweirig. Ich habe dann einen Falschparker fotografiert, der im Halteverbot parkt. Neben den Rotfahrern wohl der häufigste Verkehrssünder in Hamburg.

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Thema Nummer 12: In der Zwickmühle:

Das wohl schwierigste Thema für das Großstadtleben. Ich wollte eigentlich einen Schilderwahnsinn fotografieren, habe aber leider keinen gefunden. Somit musste das Verkehrschaos mit Baustelle (Hamburg ist eine einzige Baustelle) herhalten und nahm dann auch die Stadtentwicklung wieder auf.

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Thema Nummer 13: Unentschieden:

Vielleicht nicht unbedingt das „unentschieden“ im Sinne von Spielen, aber sicherlich unentschieden sind sowohl die Hamburger als auch die Entwickler über die Elbphilharmonie.

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Thema Nummer 14: Ein Ass im Ärmel:

Tja das Schiff hat sicher einen Ass im Ärmel, weil es bei Blohm + Voss einen Boxenstopp einlegt und wieder fit gemacht wird. Schiffe gehören zum Hamburger Großstadtleben dazu, wie der Big Ben zu London.

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Thema Nummer 15: Glückspilz:

Definitiv das schwierigste Thema, um das Großstadtleben zu zeigen. Ich hatte jede Menge „Pilze“ fotografiert, aber die passten einfach nicht zum Stadtleben. Dann habe ich diesen Hund gesehen, der einsam weinend auf sein Frauchen wartete. Ich hatte schon Angst, dass er ausgesetzt wurde. Irgendwann kam Frauchen dann endlich und brachte Futter und Wasser mit. Der Hund war dann eben dieser umsorgte Glückspilz. Seit meinem Praktikum im Hamburger Tierheim (in der Öffentlichkeitsarbeit) weiß ich, dass nicht alle Haustiere Hamburgs so viel Glück haben, ein geliebtes Zuhause zu haben. Auch das gehört zum Stadtleben einfach dazu.

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Nun ging es zum zweiten Zwischentopp ins Maybach an der Osterstraße. Mir fehlte noch ein Thema der letzten Liste, aber ich habe mir den Stempel und die nächsten 8 Themen trotzdem schon abgeholt.

Thema Nummer 16: Vier gewinnt!

Auch ein sehr schwieriges Thema. Bei einem Blick auf den Busplan Hamburgs fiel mir dann auf, dass die Buslinie 4 ja genau dahin fährt, wo ich hin wollte, nämlich in die Innenstadt. Mein Plan war es den 4er Bus neben einem 5er zu fotografieren, wo er etwas Vorsprung hat. Leider bot mir das Motiv vor Ort nicht und ich hakte das Thema mit einem Foto vom 4er ab, der gerade ankommt, um die Fahrgäste einzusammeln. Mir fiel einfach nichts besseres ein.

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Thema Nummer 17: Zurück auf Los:

Tja von wo aus kommt man besser überall hin in Hamburg? Natürlich vom Hauptbahnhof!

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Thema Nummer 18: Mensch ärger dich nicht!

Nun ging es zum Veganen Straßenfest in St. Georg (Lange Reihe), wo ich unbedingt vorbei schauen wollte und mein Abend essen mit einem veganen HotDog nehmen wollte. Das Thema fand ich ganz passend, denn nichts auf der Welt macht mich wütender als Tierquälerei. Und das vegane Leben hat Hamburg zum Glück schon gut erreicht, wenn auch nicht ausreichend, aber es tut sich was in Hamburg.

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Thema Nummer 19: Joker:

Auch ein schwieriges Thema, welches ich schnell abgetan habe indem ich eine Stadtrundfahrt fotografiert habe. Der Joker ist hier der Sonderbus, mit dem man das Großstadtleben zusätzlich erkunden kann, auch wenn man selbst kein Großstädter ist.

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Thema Nummer 20: Herz ist Trumpf:

Hier stand ich also vor dem Hauptbahnhof und überlegte ernsthaft, was das Herz von Hamburg ist, dabei stand ich direkt davor. Die blaue Stunde gab dem Motiv die schöne Farbe.

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Thema Nummer 21: Ich sehe was, was du nicht siehst:

Hier wollte ich eine Langzeitbelichtung von den Menschen machen, die man nur noch als Geister wahrnimmt. Der Rathausmarkt bot sich dafür an und die blaue Stunde leuchtete gerade so schön.

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Thema Nummer 22: Hauptgewinn:

Ich überlegte mir, was das wichtigste in Hamburg sei und das ist wohl das Rathaus. Wer hier reinkommt, hat den Hauptgewinn bei der Bürgerschaftswahl gemacht. Leider hatte ich nicht genug Weitwinkel, um das ganze Rathaus zu fotografieren, so musste es ein Ausschnitt sein. Leider machen die Lichter davor diese blöden Flecken.

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Thema Nummer 23: Endspurt:

Hier wollte ich das Ende des Großstadtlebens zeigen: die Stadt wird zur Nacht, die Letzten verlassen die Innenstadt.

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Thema Nummer 24: Nichts geht mehr:

Hier sollte dann die endgültige Nachtruhe dargestellt werden. Aus Zeitmangel musste ich das Foto vor dem Ziel an der Trude in Barmbek machen. Das Museumsfahrzeug, dass ja auch „nicht mehr geht“, musste herhalten. Sicherlich hätte man das Thema mit mehr Zeit auch schöner umsetzen können. Aber ich musste noch meine Fotos sortieren und mein Akku gab auch schon den Geist auf.

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Ich habe es dann 5 Minuten vor Einsendeschluss geschafft, meine 24 Bilder abzugeben.

Am 25. und 26. Oktober könnt ihr euch dann alle Serien aller Teilnehmer in einer Ausstellung im Oberhafenkontor (Lippeltstraße 1, 20097 Hamburg) anschauen und den Publikumsliebling wählen. Alle Gewinner werden am 26. Oktober gekührt. Ich werde sicherlich nicht gewinnen, aber dabei sein ist alles! Es geht um den Spaß und darum, kreativ gefordert zu werden. Es ist übrigens wirklich nicht so einfach, die Aufnahmen unter Zeitdruck zu machen. Es bleibt nicht viel Zeit, um perfekte Fotos zu machen. Aber ich denke, dass ich mich zum Vorjahr schon gesteigert habe. Ich habe den roten Faden „Großstadtleben“ eingehalten und keine Hochkantaufnahmen gemacht. Und obwohl es sehr anstregend war, hat es mega Spaß gebracht!

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